Frühstart-Rente: Mehr Schein als Sein
Die geplante Förderung von 10 Euro pro Monat für Kinder ist weiter nur eine Idee. Ein Gesetz zur Auszahlung fehlt bisher.
Frühstart-Rente: Weiter nur eine politische Idee
10 Euro vom Staat für dein Kind, jeden Monat aufs Depot. Klingt das nicht verlockend? So lautet das Versprechen der sogenannten Frühstart-Rente. Doch wer jetzt auf einen Geldsegen aus Berlin wartet, wird enttäuscht. Entgegen mancher Hoffnung ist diese Förderung noch lange keine beschlossene Sache. Es handelt sich weiterhin um eine politische Idee, nicht um ein verabschiedetes Gesetz.
DER SPIEGEL berichtet zwar über Pläne, wonach die Frühstart-Rente ab 2027 starten könnte. Der Staat würde dann monatlich 10 Euro für die Altersvorsorge von Kindern ab dem Schulalter zuschießen. Doch selbst der Artikel ordnet das Vorhaben klar als Reformidee ein. Fakt ist: Es gibt weder einen Gesetzentwurf noch einen Bundestagsbeschluss. Auf Nachfrage finden sich dazu auch keine neuen Mitteilungen des Bundesfinanzministeriums (BMF).
Was der Zuschuss wirklich bringen würde
Setzen wir den Fall, die Förderung käme wie diskutiert. Was würden die 10 Euro monatlich für dein Kind bedeuten? Ein kleines Rechenbeispiel: Du legst die 10 Euro ab dem 6. Geburtstag deines Kindes 12 Jahre lang an. Bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent pro Jahr am Kapitalmarkt wächst das Geld an. Aus den eingezahlten 1.440 Euro werden bis zum 18. Geburtstag rund 2.100 Euro. Ein netter Zuschuss, aber sicher keine vollständige Altersvorsorge.
Teil einer größeren Debatte
Die Diskussion um die Frühstart-Rente ist kein einzelnes Manöver. Sie ist Teil einer viel größeren Debatte über die Zukunft unserer Alterssicherung. DER SPIEGEL hebt in diesem Kontext auch die Forderung von Friedrich Merz nach einem „Systemwechsel“ hervor. Politiker denken also laut darüber nach, die kapitalgedeckte Vorsorge stärker zu machen. Die Frühstart-Rente wäre ein Baustein davon. Ob und wann er kommt, steht in den Sternen. Verlasse dich also nicht darauf. Die private Vorsorge für dein Kind bleibt deine eigene, wichtige Aufgabe.
DER SPIEGEL: Merz fordert "Systemwechsel" in der Altersvorsorge