Juniordepot: Warum jedes Kind heute ein eigenes Wertpapierdepot haben sollte

So funktioniert das Depot auf den Namen des Kindes – und worauf Eltern bei der Eröffnung achten müssen

Ein Juniordepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen eines minderjährigen Kindes geführt wird. Rechtlich gesehen gehört das Vermögen vom ersten Tag an dem Kind – die Eltern verwalten es lediglich treuhänderisch bis zum 18. Geburtstag. Genau dieser Konstruktion verdankt das Juniordepot seine größten Vorteile: einen eigenen Sparerpauschbetrag, eine eigene Nichtveranlagungsbescheinigung und damit eine in vielen Fällen vollständig steuerfreie Geldanlage.

Wie funktioniert ein Juniordepot konkret?

Die Eröffnung erfolgt online oder in einer Bankfiliale. Beide Elternteile müssen unterschreiben oder per Video-Ident bestätigen, ebenso wird die Geburtsurkunde des Kindes benötigt. Anschließend kann das Depot wie ein normales Wertpapierdepot bespart werden – mit ETFs, Aktien, Fonds oder Anleihen. Die meisten Eltern wählen einen monatlichen ETF-Sparplan auf einen breit gestreuten Welt-Index.

Mindestsparraten beginnen bei vielen Anbietern bereits bei 1 Euro pro Monat. Auch unregelmäßige Einzahlungen – etwa zu Geburtstagen oder Weihnachten – sind jederzeit möglich. Großeltern, Paten und Freunde dürfen ebenfalls direkt aufs Verrechnungskonto überweisen.

Ein Juniordepot ist die einfachste Möglichkeit, einem Kind über 18 Jahre hinweg ein fünfstelliges Startkapital aufzubauen – mit weniger als 50 Euro im Monat.

Die Steuervorteile im Detail

Jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Grenze bleiben Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne steuerfrei. Wer beim Finanzamt zusätzlich eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt, kann sogar Kapitalerträge bis rund 13.000 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmen – vorausgesetzt, das Kind hat keine weiteren Einkünfte.

Worauf Eltern bei der Anbieterwahl achten sollten

Vier Kriterien sind entscheidend: keine Depotgebühren, kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 Euro, eine breite Auswahl thesaurierender Welt-ETFs und ein einfacher digitaler Eröffnungsprozess. Unser tagesaktueller Vergleich oben auf der Seite zeigt die wichtigsten Anbieter im direkten Gegenüber.

Was passiert mit 18?

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres geht die volle Verfügungsgewalt auf das Kind über. Eltern verlieren dann jedes Mitspracherecht. Es lohnt sich daher, das Kind frühzeitig einzubinden – über Märkte zu sprechen, Schwankungen zu erklären und gemeinsam Ziele für das Geld zu definieren. So wird aus dem Depot nicht nur ein Vermögensbaustein, sondern auch ein Lerninstrument für ein Leben lang.