Tipp für Großeltern: Wie aus Geldgeschenken ein echtes Vermögen wird
Statt 50 € im Geburtstagsumschlag: Wie Großeltern mit überschaubaren Beträgen ihren Enkeln langfristig zehntausende Euro schenken – und dabei Steuern sparen.
Auf einen Blick: Großeltern können in Deutschland alle 10 Jahre bis zu 200.000 € pro Enkelkind steuerfrei schenken. Bereits kleine, regelmäßige Beträge im Juniordepot summieren sich über 18 Jahre dramatisch – oft auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.
Großeltern wollen schenken – aber sinnvoll. Das eine Geburtstagsspielzeug, das nach drei Wochen vergessen ist, hinterlässt selten ein gutes Gefühl. Dabei gibt es gerade für Oma und Opa eine besonders elegante Form des Geschenks: regelmäßige oder einmalige Einzahlungen in das Juniordepot des Enkelkindes. Sie sind unsichtbar im Alltag, aber langfristig der vielleicht wertvollste Beitrag, den Großeltern leisten können.
Warum gerade Großeltern den größten Hebel haben
Großeltern haben gegenüber Eltern oft zwei Vorteile: Erstens befinden sie sich häufig in einer finanziell ruhigeren Lebensphase, in der monatliche Beträge von 25 oder 50 € weniger schmerzen als in einer jungen Familie mit Hausfinanzierung und Kinderbetreuungskosten. Zweitens denken sie automatisch in größeren Zeiträumen – ein Geschenk, das in 18 oder 30 Jahren wirken soll, ist für viele Großeltern die natürlichste Sache der Welt.
Genau dieser lange Zeithorizont ist der Renditemotor: Wer dem Enkelkind 18 Jahre lang 25 € pro Monat in einen breit gestreuten Welt-ETF einzahlt, sieht am Ende bei einer realistischen Marktrendite von 6 % nicht 5.400 € (die reine Einzahlungssumme), sondern eher 9.000 bis 10.000 €. Bei 50 € pro Monat verdoppelt sich das Bild entsprechend.
Wie das praktisch funktioniert
Es gibt drei elegante Wege, wie Großeltern ihren Enkeln langfristig Vermögen aufbauen können. Erstens: Direkteinzahlung in das vorhandene Juniordepot der Eltern. Großeltern überweisen einfach regelmäßig auf das Verrechnungskonto des Depots – die Einzahlungen werden zum nächsten Sparplantermin automatisch in ETFs investiert. Maximaler Komfort, kein eigener Vertrag nötig.
Zweitens: Eigenes „Großeltern-Juniordepot“. Großeltern eröffnen mit Zustimmung der Eltern ein zweites Juniordepot auf den Namen des Enkelkindes, das sie selbst besparen und steuern. Vorteil: volle Kontrolle, transparente Trennung von „Eltern-Depot“ und „Großeltern-Depot“. Drittens: Anlassbezogene Einmalzahlungen – etwa zu Geburt, Einschulung, Konfirmation/Jugendweihe oder zum 16. Geburtstag, jeweils 250 oder 500 € als „Sondereinlage“.
Steuer-Tipp: Großeltern können jedem Enkelkind alle 10 Jahre bis zu 200.000 € steuerfrei schenken – ein mehr als ausreichender Rahmen für jedes realistische Sparmodell. Schenkungen über das Verrechnungskonto eines Juniordepots fallen in der Regel klar in diesen Freibetrag.
Wem gehört das Geld?
Sobald Geld auf ein Juniordepot eingezahlt ist, gehört es rechtlich dem Kind. Eltern und Großeltern verwalten es nur treuhänderisch. Spätestens zum 18. Geburtstag erhält das Kind die volle Verfügungsgewalt. Das ist gewollt – und im Sinne der Förderung von finanzieller Eigenverantwortung. Wer hier mehr Kontrolle behalten möchte (etwa bis 25 oder 27), sollte über alternative Konstruktionen wie ein eigenes Depot der Großeltern nachdenken, das später gezielt übertragen wird.
Praktische Empfehlungen für Großeltern
Klein anfangen, lange durchhalten: 25 € pro Monat über 18 Jahre wirken fast wie Magie. Geldgeschenke umlenken: Statt 50 € im Umschlag zum Geburtstag lieber 50 € auf das Juniordepot überweisen – mit einem kleinen symbolischen Geschenk dazu. Mit den Eltern abstimmen: Damit nicht zwei parallele Sparpläne dieselbe Lücke füllen. Anlässe nutzen: Einschulung, Konfirmation, runde Geburtstage – jede dieser Gelegenheiten ist ein natürlicher Moment für eine Sondereinlage.
Fazit
Großeltern können mit überschaubaren Beträgen einen Beitrag leisten, der Eltern allein selten möglich ist. Wer 18 Jahre durchhält, übergibt seinem Enkelkind zur Volljährigkeit häufig den Gegenwert eines kleinen Autos oder einer Wohnungseinrichtung – aufgebaut aus regelmäßigen Beträgen, die im Alltag kaum auffallen. Wertvoller kann ein Geschenk kaum sein.