Frühstart-Rente kommt 2027
Der Staat zahlt ab 2027 monatlich 10 Euro für Kinder ab Jahrgang 2020 – sogar rückwirkend für das Jahr 2026.
Lange wurde darüber diskutiert, jetzt wird es greifbar: Die Frühstart-Rente für Kinder hat einen konkreten Fahrplan. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll der operative Start im Jahr 2027 erfolgen. Der Clou: Die staatlichen Einzahlungen für den Geburtsjahrgang 2020 sollen dann rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 fließen. Damit nimmt eines der wichtigsten rentenpolitischen Vorhaben der letzten Jahre endlich Form an.
Was genau ist geplant?
Die Idee ist einfach. Der Staat zahlt für jedes anspruchsberechtigte Kind von seinem 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro in ein Vorsorgedepot. Die Erträge aus diesem Depot sollen bis zur Auszahlung im Rentenalter komplett steuerfrei bleiben. Das bestätigt auch das Bundesfinanzministerium in seinem offiziellen FAQ vom 05. August 2026. Dort heißt es weiterhin, dass die Bundesregierung die gesetzliche Regelung noch im Jahr 2026 auf den Weg bringen will. Für Eltern, Paten oder Großeltern bleibt die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 6.840 Euro pro Jahr steuerbegünstigt in dasselbe Depot einzuzahlen.
Rechnen wir das mal durch: Der Staat zahlt für Dein 2020 geborenes Kind von 6 bis 18 Jahren jeden Monat 10 Euro. Das sind 1.440 Euro an reinen Einzahlungen. Legt man eine realistische Rendite von 6 Prozent pro Jahr zugrunde, wächst das Kapital bis zum 18. Geburtstag auf rund 2.100 Euro an. Ein solider Grundstein für die spätere Altersvorsorge.
Wer profitiert – und wer geht leer aus?
Die aktuellen Pläne fokussieren sich klar auf eine bestimmte Gruppe. Nach derzeitigem Stand profitieren nur Kinder, die 2020 oder später geboren wurden, von der vollen staatlichen Förderung. Das Handelsblatt berichtet, dass für ältere Kinder zwar eine Teilnahme über private Einzahlungen möglich sein soll, sie aber keine laufende staatliche Förderung erhalten. Das sorgt für klare Verhältnisse, dürfte aber bei Eltern älterer Kinder für Enttäuschung sorgen.
Eine wichtige Frage bleibt allerdings noch offen. Was passiert, wenn Eltern kein Depot für ihr Kind eröffnen? Der Verbraucher-Ratgeber Finanztip mahnte bereits am 24. Juli 2026 an, dass kein Kind seine Förderung verlieren dürfe, nur weil die Eltern nicht aktiv werden. Die Politik muss hier also noch eine Lösung finden, damit das Geld wirklich bei allen ankommt. Der Plan für die Frühstart-Rente steht. Für Eltern von Kindern des Jahrgangs 2020 rückt die Vorsorge näher. Es lohnt sich, die endgültige gesetzliche Regelung genau im Auge zu behalten.
sueddeutsche.de: Gefördertes Depot ab 2027
Finanztip: Staat spart für alle Kinder