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Frühstart-Rente: Wie dein Kind mit 10 € vom Staat reich wird

Ab 2027 startet die neue Vorsorge. Wir zeigen, wie du sie mit einem Juniordepot kombinierst und ein kleines Vermögen für dein Kind aufbaust.

Stell dir vor, dein Kind bekommt zum 6. Geburtstag ein besonderes Geschenk. Nicht von dir, nicht von den Großeltern, sondern vom Staat. Ein Depot, in das jeden Monat 10 Euro fließen. Das klingt erst mal nicht nach viel, oder? Doch diese neue „Frühstart-Rente“ hat das Potenzial, die finanzielle Zukunft deines Kindes entscheidend zu prägen. Sie ist mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie ist der Turbo für einen langfristigen Vermögensaufbau – wenn du sie richtig nutzt.

Ab dem 1. Januar 2027 ist es so weit: Die gesetzlich verankerte Frühstart-Rente startet. Jedes Kind mit Wohnsitz in Deutschland hat dann ab dem sechsten bis zum 18. Lebensjahr Anspruch auf diese Förderung. Das bestätigt das Bundesfinanzministerium in seinem aktuellen Regierungsentwurf. Die 10 Euro monatlich fließen in ein privates Altersvorsorgedepot, das du als Elternteil auf den Namen deines Kindes eröffnest. Über die zwölf Jahre kommen so 1.440 Euro an staatlichen Zuschüssen zusammen. Der eigentliche Clou ist aber nicht die Summe, sondern der extrem lange Anlagehorizont und ein entscheidender Steuervorteil.

Der Zinseszins-Effekt: 60 Jahre für dein Kind

Ein Kind, das mit sechs Jahren in die Förderung startet, hat bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren mehr als 60 Jahre Zeit. In dieser langen Zeit kann der Zinseszins-Effekt seine volle Kraft entfalten. Das Geld wird in ein Depot mit Aktienfokus investiert. Gehen wir von einer realistischen, langfristigen Rendite von 6 % pro Jahr nach Kosten aus, wie sie am globalen Aktienmarkt historisch üblich war, passiert Erstaunliches. Aus den eingezahlten 1.440 Euro werden über die Jahrzehnte ein stattlicher Betrag.

Laut Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums sollen alle Erträge im Frühstart-Depot bis zur Rente komplett steuerfrei bleiben. Das Kapital ist zudem vor staatlichem Zugriff geschützt und wird erst im Rentenalter ausgezahlt. Das macht die Frühstart-Rente zu einem einzigartigen, steuerlich geschützten Langzeit-Sparvehikel.

Was die 10 Euro allein wirklich bringen: Ein Rechenbeispiel

Rechnen wir es einmal konkret durch. Dein Kind ist sechs Jahre alt. Von nun an fließen 12 Jahre lang jeden Monat 10 Euro vom Staat in sein Frühstart-Depot. Wir nehmen eine jährliche Rendite von 6 % an. Bis zum 18. Geburtstag wächst das Depot auf rund 2.100 Euro an. Danach erfolgen keine Einzahlungen mehr, doch das Kapital arbeitet weiter. Zum 67. Geburtstag deines Kindes ist dieses Vermögen – allein aus den anfangs 1.440 Euro – auf beeindruckende **22.500 Euro** angewachsen. Und das, ohne dass du oder dein Kind einen einzigen Cent selbst eingezahlt habt.

Die Pflicht zur Aktie: Deutschlands neue Vorsorgekultur

Bisher scheuen viele Eltern in Deutschland den Kapitalmarkt. Eine Umfrage, über die die ZEIT berichtete, zeichnet ein klares Bild: 39 % sparen für ihre Kinder in der Spardose, 28 % auf niedrig verzinsten Konten. Nur etwa 28 % nutzen Fonds oder ETFs. Die Frühstart-Rente ändert diese Dynamik. Sie führt erstmals breite Bevölkerungsschichten an eine kapitalmarktbasierte Vorsorge heran und schafft ein verpflichtendes Aktiendepot für fast jedes Kind. Ein wichtiger Schritt, um langfristig von den Chancen des globalen Wirtschaftswachstums zu profitieren.

Die wahre Stärke: Frühstart-Rente plus privates Juniordepot

Die Frühstart-Rente ist ein fantastisches Fundament. Doch ihre wahre Kraft entfaltet sie erst in Kombination mit privater Vorsorge. Der Nachteil des staatlichen Depots ist seine Zweckbindung: Das Geld ist bis zur Rente fest verschlossen. Für wichtige Lebensetappen wie das Studium, das erste Auto, die Gründung eines Unternehmens oder den Kauf einer Wohnung steht es nicht zur Verfügung. Hier kommt das klassische, flexible Juniordepot ins Spiel.

Wenn du die staatlichen 10 Euro als Anstoß siehst und parallel ein eigenes Juniordepot besparst, schaffst du die perfekte Balance. Du baust ein Vermögen für die ferne Rente auf und schaffst gleichzeitig finanzielle Freiheit für die Ziele davor. Ein solches Depot unterliegt zwar den normalen Steuerregeln wie der Abgeltungsteuer, doch dank Sparer-Pauschbetrag und Grundfreibetrag deines Kindes bleiben die Erträge oft lange steuerfrei.

Szenario 2: Was 25 Euro extra bewirken

Stellen wir das staatliche Depot neben ein privates. Du startest zur Geburt deines Kindes einen ETF-Sparplan mit 25 Euro monatlich in einem Juniordepot. Bis zum 18. Geburtstag zahlst du insgesamt 5.400 Euro ein. Bei 6 % Rendite sind daraus rund **8.400 Euro** geworden. Dieses Geld kann dein Kind flexibel nutzen. Gleichzeitig läuft die Frühstart-Rente und baut das separate Rentenvermögen von 22.500 Euro auf. Zusammen sind das bereits über 30.000 Euro – ein beachtliches Startkapital.

Szenario 3: Der Weg zum Sechs-Sterne-Vermögen

Noch eindrucksvoller wird es, wenn dein Kind den Ball selbst aufnimmt. Nehmen wir an, du besparst das Juniordepot bis zum 18. Geburtstag mit 50 Euro monatlich (ergibt ca. 16.800 Euro). Dein Kind beginnt mit 25 Jahren, selbst 100 Euro monatlich in dieses Depot zu sparen. Zum 67. Geburtstag stehen in diesem flexiblen Depot dann – zusätzlich zum Frühstart-Depot – rund **320.000 Euro**. Das Gesamtkapital aus beiden Töpfen läge bei fast **345.000 Euro**. Ein Vermögen, das finanzielle Unabhängigkeit im Alter sichert.

Dein Plan für 2027: Was jetzt zu tun ist

Die Frühstart-Rente ist mehr als ein Wahlgeschenk. Sie ist eine Einladung, die finanzielle Zukunft deines Kindes neu zu denken. Betrachte die 10 Euro nicht isoliert. Sieh sie als Startschuss und Rendite-Booster. Eröffne, sobald es geht, das geförderte Depot. Aber warte nicht darauf. Beginne schon heute mit einem flexiblen ETF-Sparplan im Juniordepot. Schon kleine, regelmäßige Beträge legen den Grundstein für ein Leben in finanzieller Sicherheit. Du gibst deinem Kind damit das wertvollste Gut an die Hand: Zeit und die Macht des Zinseszinses.

Regierungsentwurf Frühstart-Renten-Gesetz (FrühStRG)

FAQ zur Frühstart-Rente

Eckpunktepapier zur Frühstart-Rente (PDF)

Frühstart-Rente: Was Eltern wissen müssen

Bankkonto, Aktien, Spardose – Wie Eltern für Kinder sparen