Frühstart-Rente: Der maximale Förder-Plan
Die neue private Altersvorsorge startet 2027. Wie Du mit Frühstart-Rente und Juniordepot für Dein Kind das Optimum herausholst.
Stell Dir vor, der Staat überweist Deinem Kind jeden Monat Taschengeld für die Rente. Genau das passiert ab dem 1. Januar 2027. Die lang erwartete Reform der privaten Altersvorsorge ist beschlossene Sache. Sie bringt nicht nur ein neues System für Erwachsene, sondern auch die sogenannte Frühstart-Rente. Für Eltern entsteht damit eine völlig neue Situation. Es ist eine Chance, die finanzielle Zukunft Deines Kindes von klein auf massiv zu stärken. Doch wie verzahnst Du die verschiedenen Bausteine am besten? Es geht darum, durch eine kluge Strategie das Maximum an staatlicher Förderung für Deine Familie zu sichern. Das ist einfacher, als es klingt.
Die Frühstart-Rente: Das steckt im staatlichen Kinder-Depot
Die neue Frühstart-Rente bildet das Fundament für den Vermögensaufbau Deines Kindes. Die Idee ist simpel und wirkungsvoll. Laut Bundesfinanzministerium zahlt der Staat für jedes anspruchsberechtigte Kind monatlich 10 Euro in ein privates Altersvorsorgedepot. Das sind 120 Euro pro Jahr. Anspruch haben alle Kinder zwischen dem 6. und 18. Geburtstag, die eine Schule in Deutschland besuchen. Über die gesamten zwölf Jahre summiert sich die staatliche Einzahlung auf 1.440 Euro. Dieses Geld ist ein reines Geschenk und bildet den Grundstock.
Eltern wählen dabei selbst einen passenden Anbieter für das Depot aus. Der Staat überweist den Zuschuss direkt dorthin. Wichtig zu verstehen ist: Dieses Depot ist kapitalgedeckt und wird privatwirtschaftlich gemanagt. Du kannst es als Elternteil, die Großeltern oder andere Verwandte jederzeit mit eigenen Sparbeiträgen aufstocken. Ein entscheidender Vorteil: Sämtliche Erträge, die in diesem Depot erwirtschaftet werden, bleiben bis zum Renteneintritt komplett steuerfrei. Das Geld ist allerdings klar zweckgebunden. Eine vorzeitige Entnahme für das Studium oder die erste Wohnung ist, wie das Bundesfinanzministerium in seinem FAQ klarstellt, nicht vorgesehen.
Vom Taschengeld zum kleinen Vermögen: Ein Rechenbeispiel
Die 1.440 Euro vom Staat sind nur der Anfang. Die wahre Kraft entfaltet sich durch den Zinseszinseffekt über viele Jahrzehnte. Lass uns ein konkretes Beispiel durchrechnen. Nehmen wir an, die 1.440 Euro werden nach dem 18. Geburtstag nicht mehr bespart und liegen einfach im Depot. Bei einer angenommenen realen Rendite von 5 Prozent pro Jahr wächst dieses Startkapital in den 49 Jahren bis zum 67. Geburtstag auf eine beachtliche Summe an. Aus den geschenkten 1.440 Euro werden so rund 15.680 Euro. Das ist mehr als das Zehnfache des ursprünglichen Förderbetrags.
Noch eindrucksvoller wird es, wenn Du als Elternteil die staatliche Förderung durch eigene Beiträge ergänzt. Sparst Du für Dein Kind zusätzlich 40 Euro pro Monat in das Frühstart-Depot, fließen über die zwölf Jahre 5.760 Euro von Dir und 1.440 Euro vom Staat hinein. Diese insgesamt 7.200 Euro können bei gleicher Rendite von 5 Prozent bis zum Rentenalter auf über 78.000 Euro anwachsen. Ein kleiner monatlicher Beitrag schafft also eine enorme Wirkung für die finanzielle Freiheit Deines Kindes im Alter.
Der Eltern-Turbo: Die neue Förderung für Erwachsene ab 2027
Gleichzeitig zur Frühstart-Rente wird auch die private Altersvorsorge für Erwachsene neu aufgestellt und ersetzt die alte Riester-Rente. Hier liegt der zweite Hebel für Dich als Elternteil. Die Bundesregierung fördert Deine eigenen Einzahlungen in ein neues Altersvorsorgedepot mit großzügigen Zulagen. Diese Depots dürfen nun breiter und chancenreicher, zum Beispiel in ETFs, investieren, da es keine Beitragsgarantie mehr geben muss. Die Förderlogik ist besonders für Familien attraktiv gestaltet, wie die FAQs der Bundesregierung zeigen.
Für Deine eigenen Einzahlungen kannst Du eine Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr erhalten. Diese schöpfst Du voll aus, wenn Du jährlich 1.800 Euro einzahlst. Die ersten 360 Euro Deiner Einzahlung werden dabei mit 50 Cent pro Euro bezuschusst, was Dir 180 Euro sichert. Die weiteren 1.440 Euro bis zur Grenze von 1.800 Euro werden mit 25 Cent pro Euro gefördert, was weitere 360 Euro ausmacht. Der eigentliche Clou für Familien ist aber die neue Kinderzulage. Für jeden Euro, den Du speziell für Dein Kind sparst, legt der Staat einen Euro obendrauf – bis zu einem Betrag von 300 Euro pro Kind und Jahr. Dafür musst Du lediglich 300 Euro (oder 25 Euro pro Monat) in Deinen Vertrag einzahlen. Zusammen kannst Du also als ein Elternteil mit einem Kind bei einer jährlichen Sparleistung von 2.100 Euro ganze 840 Euro an reinen Zulagen vom Staat erhalten.
Die Förderkette: So kombinierst Du die Bausteine clever
Der strategische Kniff besteht darin, alle Phasen der Förderung optimal zu nutzen und miteinander zu verketten. So baust Du ein robustes finanzielles Fundament für Dein Kind auf.
**Phase 1 (6 bis 18 Jahre): Das Tandem aus Frühstart-Rente und Eltern-Förderung.** Während Dein Kind die 120 Euro pro Jahr vom Staat in seinem Frühstart-Depot erhält, besparst Du Deinen eigenen Altersvorsorgevertrag. Du zahlst jährlich 2.100 Euro ein, um die maximale Förderung zu erhalten: 540 Euro Grundzulage für Dich und 300 Euro Kinderzulage. Macht 840 Euro Zuschuss pro Jahr. Über die zwölf Jahre, in denen Dein Kind die Frühstart-Rente bekommt, summiert sich allein Deine Förderung auf über 10.000 Euro. Optional kannst Du zusätzlich das Frühstart-Depot Deines Kindes privat aufstocken, um den Zinseszinseffekt dort noch weiter zu verstärken.
**Phase 2 (ab 18 Jahren): Der Übergang ins eigene Vorsorgedepot.** Mit der Volljährigkeit endet die Frühstart-Rente. Das angesparte Kapital arbeitet im Depot weiter. Nun kann Dein Kind selbst aktiv werden. Schließt es vor seinem 25. Geburtstag selbst einen geförderten Altersvorsorgevertrag ab, erhält es einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Das Geld aus dem ursprünglichen Depot kann dann als Basis für die eigene, nun selbst besparte Altersvorsorge dienen. Die Förderlogik für Erwachsene greift dann für Dein Kind. So entsteht ein nahtloser Übergang.
Was Du kritisch im Blick behalten solltest
Die neue Förderwelt bietet enorme Chancen, kommt aber nicht ohne Bedingungen. Der Verzicht auf eine Beitragsgarantie bedeutet, dass das Geld voll den Schwankungen des Kapitalmarkts ausgesetzt ist. Über lange Zeiträume ist das eine große Chance auf hohe Renditen, kurzfristige Verluste sind aber möglich. Ein kühler Kopf ist also gefragt. Die Regierung hat jedoch eine Bremse für übermäßige Gebühren eingebaut. Die Kosten für die Standardvariante der neuen Depots sind laut Gesetzesbeschluss auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt. Das schützt vor überteuerten Produkten.
Außerdem ist das Geld in den geförderten Depots bis zum Rentenbeginn gebunden. Für Ziele wie den Führerschein, das Auslandssemester oder die Kaution für die erste Wohnung ist es nicht verfügbar. Genau deshalb bleibt ein klassisches, flexibles Juniordepot eine sinnvolle Ergänzung. Hier kannst Du Geld anlegen, das Deinem Kind mit 18 Jahren frei zur Verfügung steht. Die Kombination aus zweckgebundener, geförderter Altersvorsorge und einem flexiblen Depot bietet die perfekte Balance aus langfristiger Sicherheit und kurzfristiger Freiheit. Die neuen Regeln sind ein klarer Auftrag an uns Eltern: Wer früh anfängt und klug kombiniert, gibt seinem Kind einen unschätzbaren Vorteil mit auf den Weg.
FAQ 'Private Altersvorsorge reformiert'
FAQ 'Reform der geförderten privaten Altersvorsorge'
FAQ 'Fragen und Antworten zur Frühstart-Rente'
Handelsblatt – 'Frühstart-Rente: Das Altersvorsorgedepot für Kinder'