Frühstart-Rente 2027: Die Depot-Checkliste für Eltern
Ab 2027 gibt es 10 Euro vom Staat für die private Altersvorsorge Deines Kindes. Wie Du jetzt das passende Depot findest und was Du vorbereiten musst.
Bekommst Du bald Geld vom Staat für die Rente Deines Kindes? Ja, die Idee der Frühstart-Rente wird konkret. Ab 2027 soll jedes Kind ab dem sechsten Lebensjahr monatlich 10 Euro für ein Altersvorsorgedepot erhalten. Das klingt nach einer kleinen Summe. Doch über die Jahre wächst daraus ein beachtlicher Grundstein für die Zukunft. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie bereite ich mich und mein Kind darauf vor? Welche Depots sind geeignet und wann muss ich handeln? Die gute Nachricht: Du hast noch Zeit, aber die Vorbereitung kann schon heute beginnen.
Was genau ist die Frühstart-Rente?
Stell Dir vor, der Staat zahlt Deinem Kind ein monatliches Taschengeld für die Rente. Genau das ist der Kern der Frühstart-Rente. Laut Bundesfinanzministerium startet das Programm offiziell am 1. Januar 2027. Gefördert werden Kinder ab ihrem sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit. Jeden Monat fließen 10 Euro in ein spezielles Altersvorsorgedepot. Über die gesamten zwölf Jahre summieren sich die staatlichen Zuschüsse auf 1.440 Euro. Dieses Geld wird am Kapitalmarkt investiert, um über Jahrzehnte ein Vermögen aufzubauen.
Eine Besonderheit gibt es für den Geburtsjahrgang 2020. Diese Kinder erhalten die Förderung rückwirkend ab dem 1. Januar 2026, um nicht benachteiligt zu werden. In den Folgejahren rücken dann die jeweiligen Jahrgänge nach, die ihr sechstes Lebensjahr vollenden. Das Ziel ist klar: Jedes Kind soll frühzeitig eine kapitalgedeckte Vorsorge aufbauen. Die politische Debatte dazu ist zwar noch nicht abgeschlossen, der aktuelle Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zeichnet aber ein deutliches Bild der kommenden Förderung.
Wie funktioniert das Depot in der Praxis?
Die staatliche Förderung ist an eine Bedingung geknüpft. Das Geld muss in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot fließen. Du als Elternteil wählst den Anbieter selbst aus. Dieser muss die Kriterien eines sogenannten Standarddepot-Vertrags erfüllen. Welche Anbieter das genau sein werden, ist noch nicht final geklärt. Experten von Finanztip gehen aber davon aus, dass viele bekannte Direktbanken und Neobroker entsprechende Produkte anbieten werden. Das Depot wird auf den Namen des Kindes geführt.
Der staatliche Zuschuss ist nur die Basis. Du, aber auch Großeltern oder Paten, können zusätzlich Geld einzahlen. Das Bundesfinanzministerium erlaubt private Zuzahlungen von bis zu 6.840 Euro pro Jahr. Der entscheidende Vorteil: Alle Erträge aus diesen Anlagen, also Kursgewinne und Dividenden, bleiben bis zum Rentenbeginn komplett steuerfrei. Erst bei der Auszahlung im Alter werden Steuern fällig, dann aber meist zu einem niedrigeren persönlichen Steuersatz. Ab dem 18. Geburtstag kann Dein Kind das Depot selbst weiterführen und besparen.
Ein Rechenbeispiel: Was aus 10 Euro werden kann
Lass uns die Zahlen konkret machen. Dein Kind erhält ab dem 6. Geburtstag zwölf Jahre lang die staatliche Förderung von 120 Euro jährlich. Zusätzlich legst Du jeden Monat 50 Euro aus eigener Tasche in das Depot. Das sind 600 Euro pro Jahr. Insgesamt fließen also 720 Euro jährlich in einen weltweit gestreuten ETF. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 7 Prozent pro Jahr wächst das Vermögen beachtlich. Nach den zwölf Jahren, also zum 18. Geburtstag, sind aus den eingezahlten 8.640 Euro (davon 1.440 Euro vom Staat) bereits rund 13.500 Euro geworden. Lässt Dein Kind das Geld einfach bis zum 67. Lebensjahr im Depot weiterarbeiten, ohne auch nur einen Cent mehr einzuzahlen, könnten daraus durch den Zinseszinseffekt über 200.000 Euro werden.
Welche Anbieter kommen für die Frühstart-Rente infrage?
Obwohl noch keine offizielle Liste existiert, können wir uns an den heutigen Konditionen für Juniordepots orientieren. Wichtig sind vor allem niedrige Kosten. Ein Depot sollte idealerweise kostenlos sein. Bei den ETFs, in die Du investierst, solltest Du auf eine niedrige Gesamtkostenquote (TER) achten. Viele gute und breit gestreute ETFs kosten weniger als 0,25 Prozent pro Jahr. Die Stiftung Warentest empfiehlt immer wieder, auf genau diese Kosten zu achten, da sie die Rendite über lange Zeiträume stark beeinflussen.
Anbieter wie ING, comdirect, DKB oder auch Neobroker wie Scalable Capital und Trade Republic bieten schon heute sehr günstige Juniordepots an. Es ist wahrscheinlich, dass deren Angebote für die Frühstart-Rente qualifiziert sein werden. Achte bei der Auswahl auf ein breites Angebot an sparplanfähigen ETFs. So stellst Du sicher, dass Du eine für Dich passende und breit diversifizierte Anlagestrategie umsetzen kannst. Ein Vergleich der Depot- und ETF-Kosten ist der wichtigste Schritt bei der Vorbereitung.
Warten oder schon heute mit einem Juniordepot starten?
Diese Frage stellen sich viele Eltern. Warum auf 2027 warten, wenn Du schon heute Vermögen für Dein Kind aufbauen kannst? Ein klassisches Juniordepot bietet maximale Flexibilität. Du kannst jederzeit Geld einzahlen, die Sparrate ändern oder das Depot sogar für andere Zwecke als die Rente nutzen, zum Beispiel für das Studium oder den Führerschein. Diese Flexibilität geht bei der Frühstart-Rente verloren, da das Geld bis zum Rentenalter gebunden ist.
Der Nachteil des sofortigen Starts: Du verzichtest auf den staatlichen Zuschuss von 1.440 Euro und die Steuerfreiheit der Erträge. Die Entscheidung hängt von Deinen Zielen ab. Willst Du rein für die Altersvorsorge sparen, ist das Warten auf die Frühstart-Rente eine überlegenswerte Option. Brauchst Du das Geld vielleicht schon früher, ist ein flexibles Juniordepot die bessere Wahl. Eine Kombination ist ebenfalls denkbar: Jetzt mit einem kleinen Sparplan im Juniordepot starten und dieses später um das geförderte Depot ergänzen.
Dein Fahrplan: Was Du jetzt schon tun kannst
Auch wenn das Gesetz noch nicht final beschlossen ist, kannst Du die Zeit sinnvoll nutzen. Informiere Dich über die Grundlagen der Geldanlage in ETFs. Verstehe, warum eine breite Streuung in den Weltaktienmarkt sinnvoll ist. Vergleiche die Konditionen der heutigen Juniordepots. So bekommst Du ein Gefühl für den Markt und die Kosten. Lege fest, wie viel Du monatlich zusätzlich zum staatlichen Bonus sparen möchtest und kannst. Wenn Du diese Hausaufgaben erledigt hast, bist Du startklar, sobald die ersten Anbieter mit ihren Produkten für die Frühstart-Rente auf den Markt kommen. Du triffst dann eine informierte Entscheidung für die Zukunft Deines Kindes.
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