Frühstart & Juniordepot: Der beste Kombi-Plan
Wie Du die neue staatliche Förderung ab 2027 clever mit einem flexiblen Depot für Dein Kind verbindest.
Schenkst Du Deinem Kind lieber 20.000 Euro zum 18. Geburtstag oder ein Vielfaches davon zur Rente? Vor dieser Frage stehen viele Eltern. Ab 2027 musst Du Dich zum Glück nicht mehr entscheiden. Die neue Frühstart-Rente und ein klassisches Juniordepot machen beides parallel möglich. Das ist eine riesige Chance für alle Familien, die vorausschauend planen. Doch wie funktioniert das Zusammenspiel optimal? Wir erklären Dir den besten Kombi-Plan.
Der Staat spart mit: Was ist die Frühstart-Rente?
Ab 2027 startet eine kleine Revolution für die Altersvorsorge von Kindern. Die Bundesregierung führt die sogenannte Frühstart-Rente ein. Die Idee ist einfach: Jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren erhält monatlich 10 Euro vom Staat. Voraussetzung ist laut Bundesfinanzministerium nur der Besuch einer Schule oder Bildungseinrichtung in Deutschland. Das Geld fließt in ein spezielles Altersvorsorgedepot. Du musst es nicht einmal aktiv beantragen, sondern nur ein Depot für Dein Kind eröffnen.
Über die Jahre summiert sich das Geschenk. Von 6 bis 18 Jahren kommen so allein durch den Staat 1.560 Euro zusammen. Das ist der Grundstock. Dieses Geld ist aber fest für die Rente vorgesehen. Ein Zugriff vor dem gesetzlichen Rentenalter von derzeit 67 Jahren ist nicht möglich. Dafür bleiben alle Erträge bis dahin komplett steuerfrei. Erst bei der Auszahlung im Alter fallen Steuern an, wie unter anderem die Tagesschau berichtet.
Flexibel bleiben: Das bewährte Juniordepot
Völlig unabhängig von der neuen staatlichen Förderung kannst Du jederzeit ein Juniordepot für Dein Kind eröffnen. Das ist ein ganz normales Wertpapierdepot, das auf den Namen Deines Kindes läuft. Hier bestimmst Du allein, wie viel Du sparst. Viele Familien investieren monatlich zwischen 25 und 100 Euro in ETF-Sparpläne. Das Ziel: Vermögen aufbauen, das mit 18 Jahren komplett zur Verfügung steht.
Mit dem 18. Geburtstag bekommt Dein Kind die volle Kontrolle über das Depot. Es kann das Geld für den Führerschein, das Studium oder die erste eigene Wohnung nutzen. Das ist der große Vorteil des Juniordepots: maximale Flexibilität. Steuerlich profitiert Dein Kind vom eigenen Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr. Kapitalerträge bis zu dieser Höhe bleiben also steuerfrei.
Ein Rechenbeispiel: So wächst das Vermögen Deines Kindes
Stellen wir die beiden Modelle in einem konkreten Beispiel gegenüber. Nehmen wir an, Dein Kind ist sechs Jahre alt. Die Frühstart-Rente beginnt. Der Staat zahlt 13 Jahre lang jeden Monat 10 Euro ein. Das sind 1.560 Euro reines Staatsgeschenk. Dieses Geld wird in einen globalen Aktien-ETF investiert. Wir gehen von einer marktüblichen Rendite von 6 % pro Jahr aus. Das Geld arbeitet nun 49 Jahre lang bis zum 67. Geburtstag. Aus den eingezahlten 1.560 Euro werden so beeindruckende 27.600 Euro – nur aus dem staatlichen Zuschuss.
Der Kombi-Plan: Sicherheit und Wünsche finanzieren
Hier kommt die Stärke der Kombination ins Spiel. Die Frühstart-Rente sichert einen soliden Grundstein für das Alter. Du kannst Dich darauf verlassen, dass Dein Kind später nicht bei null anfängt. Du musst Dich um diesen Teil kaum kümmern, außer das Depot einmal einzurichten. Diesen Baustein kannst Du als Sicherheitskomponente Deiner Strategie sehen.
Parallel dazu besparst Du ein klassisches Juniordepot. Sagen wir mit 50 Euro pro Monat, ab Geburt bis zum 18. Geburtstag. Insgesamt zahlst Du also 10.800 Euro ein. Das Portal extraETF hat berechnet, dass bei einer angenommenen Rendite von 7 % pro Jahr Deinem Kind an seinem 18. Geburtstag rund 21.000 Euro zur Verfügung stehen. Genug für ein Auslandsjahr oder die Kaution der ersten Wohnung.
Das Ergebnis des Kombi-Plans ist klar: Dein Kind hat mit 18 Jahren ein fünfstelliges Startkapital zur freien Verfügung. Gleichzeitig existiert ein wertvoller Vorsorgevertrag für die ferne Zukunft. Du trennst damit klar die Ziele: flexible Mittel zur Volljährigkeit und eine feste, staatlich geförderte Altersvorsorge.
Nahtloser Übergang: Vom Jugend- zum Erwachsenendepot
Was passiert, wenn Dein Kind volljährig wird? Das Juniordepot geht komplett in seinen Besitz über. Es kann frei darüber verfügen. Das Frühstart-Depot wird ebenfalls auf das Kind übertragen, bleibt aber für die Altersvorsorge reserviert. Laut den Plänen der Bundesregierung kann es nahtlos in die neue geförderte Altersvorsorge für Erwachsene überführt werden, die ebenfalls 2027 startet.
Junge Erwachsene erhalten besondere Anreize. Wer vor dem 25. Geburtstag einen Vorsorgevertrag abschließt, bekommt einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Die staatliche Förderung läuft dann lückenlos weiter, wie das Bundesfinanzministerium in seinen FAQs zur Reform erklärt. Das System ist ganz klar darauf ausgelegt, eine lebenslange Sparbiografie zu ermöglichen.
Deine Strategie: Klarheit von Anfang an
Die neue Gesetzeslage ab 2027 macht die Finanzplanung für Kinder einfacher und lohnender. Deine Aufgabe als Eltern ist es, die Weichen richtig zu stellen. Eröffne das staatlich geförderte Depot, um die 10 Euro monatlich mitzunehmen. Das ist geschenktes Geld, das über Jahrzehnte für Dein Kind arbeiten kann.
Lege zusätzlich nach Deinen finanziellen Möglichkeiten Geld in einem flexiblen Juniordepot an. Sprich früh mit Deinem Kind über Geld und den Zweck der beiden Depots. Eines ist für die großen Wünsche mit 18. Das andere ist ein stiller Begleiter für ein finanziell unbeschwertes Leben im Alter. So schaffst Du finanzielle Bildung und eine kluge Vermögensstruktur von Anfang an.
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