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Die besten ETFs für die Frühstart-Rente 2026: Unsere 5 Top-Empfehlungen

MSCI World, FTSE All-World & Co. – welcher ETF eignet sich wirklich für ein 60-Jahre-Depot?

Warum der richtige ETF so entscheidend ist

Ein ETF-Sparplan über 60 Jahre macht den Großteil Deines Frühstart-Rente-Depots aus. Ob Dein Kind am Ende 50.000 € oder 80.000 € Endkapital hat, hängt neben der Einzahlhöhe vor allem von drei ETF-Faktoren ab:

Erstens die Streuung: Je breiter der ETF diversifiziert, desto sicherer das langfristige Ergebnis. 500 Unternehmen sind besser als 50, und 3.000 weltweit sind besser als 500 US-Aktien.

Zweitens die Kosten: Jedes Zehntelprozent laufende Kosten (TER) fehlt in der Rendite. Bei 60 Jahren Laufzeit machen 0,2 % TER statt 0,5 % TER am Ende einen Unterschied von mehreren tausend Euro.

Drittens die Wiederanlage: Thesaurierende ETFs (die Dividenden automatisch reinvestieren) schlagen ausschüttende ETFs über lange Laufzeiten deutlich. Weil die Dividenden sofort wieder arbeiten, ohne Umweg übers Verrechnungskonto.

In diesem Artikel stellen wir die fünf ETFs vor, die diese drei Kriterien am besten erfüllen und sich damit optimal für die Frühstart-Rente eignen.

Platz 1: iShares Core MSCI World UCITS ETF

ISIN: IE00B4L5Y983 TER: 0,20 % p.a. Fondsvolumen: über 90 Milliarden Euro Ertragsverwendung: thesaurierend Replikation: physisch (optimiert)

Warum dieser ETF Platz 1 ist Der Klassiker schlechthin. Der iShares Core MSCI World bildet den MSCI World Index ab, der 1.500 Aktien aus 23 Industrieländern weltweit enthält. Die USA machen rund 70 % aus, gefolgt von Japan, Großbritannien, Kanada und europäischen Ländern. Er ist der am stärksten nachgefragte Welt-ETF in Europa und einer der günstigsten und liquidesten überhaupt.

Für wen? Für alle Eltern, die eine bewährte, simple Lösung suchen. Der MSCI World ist das Fundament fast jedes ETF-Portfolios weltweit.

Wo kostenlos besparbar? Bei Scalable Capital, Trade Republic, Finanzen.net Zero, Traders Place, ING, Consorsbank – also bei praktisch jedem empfohlenen Juniordepot.

Einziger Nachteil: Keine Schwellenländer enthalten. Wer also auch China, Indien oder Brasilien abdecken will, muss einen zweiten ETF dazunehmen oder auf den FTSE All-World ausweichen (siehe Platz 2).

Platz 2: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF

ISIN: IE00BK5BQT80 TER: 0,22 % p.a. Fondsvolumen: über 15 Milliarden Euro Ertragsverwendung: thesaurierend Replikation: physisch (Sampling)

Warum dieser ETF Platz 2 ist Der Vanguard FTSE All-World ist der perfekte Ein-ETF für Eltern, die es möglichst einfach wollen. Er enthält über 4.000 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern – damit ist er der am breitesten gestreute Einzel-ETF auf dem deutschen Markt. Vanguard ist zudem als genossenschaftliche Fondsgesellschaft bekannt für extrem niedrige Kosten.

Für wen? Für alle, die einen einzelnen ETF wollen, der das komplette Weltaktien-Universum abdeckt. Kein Zusammenbau von mehreren ETFs nötig.

Besondere Empfehlung: Trade Republic Trade Republic hat mit Vanguard eine Kooperation vereinbart, bei der die laufenden Fondskosten (TER) bei ausgewählten Vanguard-ETFs zurückerstattet werden ("Kindergeld"-Programm). Für das Frühstart-Rente-Depot ist das ein messbarer Kostenvorteil: Bei 22.000 € Depotstand macht das über Jahrzehnte mehrere hundert Euro aus.

Einziger kleiner Nachteil: Minimal höhere TER als der iShares Core MSCI World. Dafür bekommst Du Schwellenländer gratis dazu.

Platz 3: iShares Core S&P 500 UCITS ETF

ISIN: IE00B5BMR087 TER: 0,07 % p.a. Fondsvolumen: über 110 Milliarden Euro Ertragsverwendung: thesaurierend Replikation: physisch (vollständig)

Warum dieser ETF Platz 3 ist Der günstigste Aktien-ETF überhaupt auf dem deutschen Markt. Mit nur 0,07 % TER ist er praktisch kostenlos. Inhaltlich bildet er den S&P 500 ab – die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen. Das sind historisch die stärksten Renditebringer der letzten 30 Jahre.

Für wen? Für Eltern, die bewusst auf die US-Wirtschaftsmacht setzen und das Klumpenrisiko in Kauf nehmen. Oder als Beimischung zu einem breiteren Welt-ETF, um die USA-Gewichtung gezielt zu erhöhen.

Wichtig zu wissen: Der S&P 500 enthält nur US-Aktien. Das ist extrem auf eine Volkswirtschaft konzentriert. Die letzten 30 Jahre war das ein Segen – US-Tech-Aktien haben alles andere geschlagen. Für die nächsten 60 Jahre ist das keine Garantie. Wir empfehlen diesen ETF nicht als Solo-Lösung für die Frühstart-Rente, sondern höchstens als Beimischung zu einem Welt-ETF.

Platz 4: Xtrackers MSCI World UCITS ETF

ISIN: IE00BJ0KDQ92 TER: 0,19 % p.a. Fondsvolumen: über 15 Milliarden Euro Ertragsverwendung: thesaurierend Replikation: physisch (Sampling)

Warum dieser ETF Platz 4 ist Der direkte Konkurrent zum iShares MSCI World – nur minimal günstiger in der TER (0,19 % vs. 0,20 %). Inhaltlich identisch, weil beide denselben Index abbilden. Für Eltern, die bewusst auf die Deutsche-Bank-Tochter Xtrackers setzen wollen (als Alternative zu BlackRock/iShares), ist das eine gleichwertige Wahl.

Für wen? Wenn Du bei Scalable Capital sparst und von deren "Pocket Money"-Programm profitieren willst – dort werden die TER-Kosten für ausgewählte Xtrackers-ETFs teilweise zurückerstattet. Ähnlich wie das Trade Republic Kindergeld-Programm.

Einziger Unterschied zu Platz 1: Marginal günstigere TER, dafür etwas geringere Handelsliquidität. Über 60 Jahre macht das praktisch keinen Unterschied.

Platz 5: Invesco FTSE All-World UCITS ETF

ISIN: IE000716YHJ7 TER: 0,15 % p.a. Fondsvolumen: über 1 Milliarde Euro (wachsend) Ertragsverwendung: thesaurierend Replikation: physisch (Sampling)

Warum dieser ETF Platz 5 ist Der günstige Herausforderer zum Vanguard FTSE All-World. Deutlich niedrigere TER (0,15 % vs. 0,22 %), gleicher Index, gleiche Streuung. Der ETF ist noch jünger und das Fondsvolumen kleiner als bei Vanguard, wächst aber schnell.

Für wen? Für kostensensible Eltern, die nicht zwingend die Vanguard-Marke brauchen. Über 60 Jahre spart die niedrigere TER bei hohem Depotstand mehrere hundert Euro.

Kleines Risiko: Das Fondsvolumen ist mit etwas über 1 Milliarde Euro noch nicht so groß, dass der ETF absolut sicher vor Schließung ist. Ab 2-3 Milliarden Euro gilt ein ETF als langfristig stabil. Bei aktueller Wachstumsrate wird dieser Schwelle vermutlich bald erreicht – dann wird der Invesco zu einer ernsthaften Konkurrenz für Vanguard.

Was macht einen ETF fit für die Frühstart-Rente?

Sechs Kriterien entscheiden, ob ein ETF für ein 60-Jahre-Depot geeignet ist.

Kriterium 1: Breite Streuung Mindestens 500 Aktien, idealerweise mehr als 1.000. ETFs mit 30-50 Einzelpositionen (z.B. Themen-ETFs oder Länder-ETFs) sind zu riskant für eine zentrale Rolle im Frühstart-Rente-Depot.

Kriterium 2: Niedrige TER Unter 0,30 % p.a. ist Pflicht. Unter 0,20 % p.a. ist gut. Unter 0,10 % p.a. ist exzellent.

Kriterium 3: Thesaurierung Für langfristiges Sparen immer thesaurierend wählen. Dividenden werden automatisch wieder investiert. Das nutzt den Zinseszins-Effekt maximal.

Kriterium 4: Großes Fondsvolumen Mindestens 500 Millionen Euro, idealerweise über 1 Milliarde. Große ETFs werden selten geschlossen und haben enge Spreads.

Kriterium 5: Physische Replikation Der ETF kauft die Aktien wirklich (physisch), nicht über Derivate-Konstrukte (synthetisch). Für langfristige Altersvorsorge ist physisch klar zu bevorzugen – weniger Kontrahentenrisiko.

Kriterium 6: EU-Zulassung Alle empfohlenen ETFs haben das Kürzel "UCITS" im Namen. Das bedeutet, sie sind nach EU-Recht zugelassen, unterliegen strenger Regulierung und sind in Deutschland steuerlich unkompliziert.

Unsere Portfolio-Empfehlung für die Frühstart-Rente

Für die meisten Eltern reicht ein einziger ETF als Basis.

Option A: Der einfache Weg (Empfehlung für 90 % der Eltern) 100 % Vanguard FTSE All-World oder iShares Core MSCI World. Ein einziger ETF, automatische Ausführung, fertig. Kein Rebalancing nötig, keine Komplexität.

Option B: Die Welt plus Schwellenländer-Boost (für Interessierte) 70 % iShares Core MSCI World + 30 % iShares Core MSCI Emerging Markets IMI (ISIN: IE00BKM4GZ66, TER 0,18 %). Damit erhöhst Du gezielt den Schwellenländer-Anteil, was langfristig mehr Rendite bringen kann – aber auch mehr Schwankung.

Option C: USA-Tilt für Risikofreudige (nicht unsere Standardempfehlung) 60 % iShares Core MSCI World + 40 % iShares Core S&P 500. Damit tendierst Du stärker zu US-Aktien. Historisch war das gewinnbringend, aber keine Garantie für die nächsten 60 Jahre.

Was Du beim ETF-Sparplan beachten solltest

Mindestsparrate: Bei Scalable Capital, Trade Republic, Finanzen.net Zero, Traders Place und ING kannst Du schon ab 1 € pro Monat sparen. Das ist gerade für Großeltern oder Paten wichtig, die flexibel kleinere Beträge beisteuern wollen.

Ausführungshäufigkeit: Manche Broker führen Sparpläne nur einmal pro Monat aus, andere mehrfach. Für die Frühstart-Rente egal, weil die Zeiträume so lang sind. Aber bei kurzfristigen Marktbewegungen kann häufigere Ausführung Timing-Risiken minimieren.

Steuern: ETFs sind in Deutschland seit der Investmentsteuerreform 2018 einheitlich besteuert. Bei thesaurierenden ETFs fällt jährlich eine Vorabpauschale an, die aber in der Regel durch den Sparerpauschbetrag des Kindes gedeckt ist (1.000 € pro Jahr). Mehr dazu im Artikel über Frühstart-Rente und Steuern.

NV-Bescheinigung nicht vergessen: Kinder haben zusätzlich zum Sparerpauschbetrag einen Grundfreibetrag von aktuell 12.348 € pro Jahr. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt bekommst Du auch diesen Freibetrag genutzt und Dein Kind zahlt auf sehr große Kapitalerträge keine Steuern.

Häufige Fragen zu ETFs für die Frühstart-Rente

Ist ein ETF-Sparplan risikofrei?

Nein. Aktien-ETFs schwanken erheblich. In einzelnen Jahren sind Verluste von 30 % oder mehr möglich. Über lange Zeiträume (20+ Jahre) gab es historisch aber keinen Zeitraum, in dem ein breit gestreuter Welt-ETF dauerhaft Verluste gemacht hätte.

Kann ich auch Einzelaktien im Frühstart-Rente-Depot kaufen?

Die offizielle Frühstart-Rente wird voraussichtlich nur ETFs, Aktienfonds und ähnliche Produkte zulassen, keine Einzelaktien. Bei einem normalen Juniordepot kannst Du heute schon Einzelaktien kaufen, aber für ein langfristiges Altersvorsorge-Depot sind ETFs die bessere Wahl.

Wann muss ich den ETF wechseln?

Im Idealfall nie. Wenn Du einen guten Welt-ETF mit niedriger TER und hohem Volumen wählst, kannst Du diesen ETF 60 Jahre lang behalten. Kein Market Timing nötig.

Sollte ich später in sicherere Anlagen umschichten?

Klassische Portfolio-Theorie sagt: Ja, je näher der Renteneintritt, desto weniger Aktien. Das gilt aber vor allem, wenn Du das Geld bald brauchst. Für die Frühstart-Rente gilt das auch. Aber: Erst in den letzten 10-15 Jahren vor Auszahlung macht es Sinn, den Aktienanteil zu reduzieren. Vorher: 100 % Aktien-ETF ist historisch die beste Strategie.

Was passiert, wenn der ETF-Anbieter pleitegeht?

Dein ETF-Vermögen ist als Sondervermögen geschützt. Selbst bei Pleite des Fondsanbieters (z.B. iShares/BlackRock) würden Deine Anteile an einen anderen Anbieter übertragen. Das Risiko eines Totalverlusts durch Anbieter-Insolvenz ist praktisch null.

Unser finales Fazit zu ETFs für die Frühstart-Rente

Für 90 % aller Eltern lautet unsere klare Empfehlung: Vanguard FTSE All-World oder iShares Core MSCI World. Ein einziger ETF, minimale Kosten, maximale Streuung, fertig. Wer bei Trade Republic spart, bekommt beim Vanguard den TER-Rückerstattungsbonus. Wer bei Scalable spart, bekommt für ausgewählte iShares/Xtrackers-ETFs ebenfalls Kostenvorteile.

Alles andere – Themen-ETFs, Länder-ETFs, Einzelaktien – ist über 60 Jahre Laufzeit entweder riskanter oder teurer, ohne dass der erwartete Mehrertrag das rechtfertigen würde. Einfachheit schlägt Komplexität bei langfristiger Geldanlage fast immer.

Das perfekte ETF-Setup für die Frühstart-Rente ist also überraschend langweilig. Und das ist genau sein größter Vorteil.

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Alle TER-Angaben und Fondsvolumen Stand April 2026. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Investitionen in ETFs bergen Verlustrisiken. Keine Anlageberatung.

Bundesfinanzministerium – FAQ zur Frühstart-Rente

JustETF – ETF-Datenbank

Stiftung Warentest – ETF-Empfehlungen