Klingbeil stellt Reform der privaten Altersvorsorge und Frühstart-Rente vor

Bundesfinanzminister kündigt Standarddepot, mehr Renditechancen und Start der Frühstart-Rente rückwirkend zum 1. Januar 2026 an.

Zwei Beschlüsse im Bundeskabinett

Am 17. Dezember 2025 hat das Bundeskabinett zwei zentrale Vorhaben für die Altersvorsorge auf den Weg gebracht: die Reform der privaten Altersvorsorge und die Eckpunkte zur Frühstart-Rente. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sprach im Anschluss vor der Bundespressekonferenz von einem "wichtigen und guten Tag für die Rente in Deutschland".

Standarddepot statt Riester-Bürokratie

Klingbeil kündigte ein neues, einfaches **Altersvorsorgedepot** als Standardprodukt an – mit niedriger Einstiegshürde und gedeckelten Kosten. Wer mehr Risiko und damit mehr Renditechancen will, kann künftig auf ein Depot ohne klassische Beitragsgarantie setzen. Wer Sicherheit bevorzugt, behält Garantieprodukte als Option.

Das Ziel laut Klingbeil: eine private Altersvorsorge "für alle Generationen und alle Einkommen", besonders für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, die bisher kaum vorsorgen konnten. Die Reform soll zum **1. Januar 2027** in Kraft treten.

Frühstart-Rente: 10 Euro monatlich vom Staat

Für die Frühstart-Rente bestätigte Klingbeil die zentralen Eckpunkte:

- Kinder und Jugendliche zwischen **6 und 18 Jahren** erhalten monatlich **10 Euro** vom Staat in ein Altersvorsorgedepot. - Start mit dem **Geburtsjahrgang 2020** – also den Kindern, die 2026 sechs Jahre alt werden. - Die Auszahlung erfolgt **rückwirkend zum 1. Januar 2026**, das Gesetz selbst soll im Lauf des Jahres 2026 beschlossen werden.

Klingbeil bezifferte die jährlichen Kosten auf rund **eine Milliarde Euro**. Die genauen Zahlen würden im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens nachgeliefert.

Erweiterung ab 2029 geplant

Auf Nachfrage zur möglichen Ausweitung verwies der Minister auf den Koalitionsausschuss: Insgesamt sollen **10 Milliarden Euro** aus Dividendenausschüttungen verwendet werden, um die private Altersvorsorge gerechter zu gestalten und ab 2029 weitere Jahrgänge in die Frühstart-Rente einzubeziehen. Welche Jahrgänge konkret hinzukommen, werde im Gesetzgebungsverfahren festgelegt.

Einordnung

Die Frühstart-Rente ergänzt damit die gesetzliche und betriebliche Säule um eine staatlich geförderte private Komponente schon ab dem Grundschulalter. Für Eltern bedeutet der Beschluss Planungssicherheit: Wer ein Kind des Jahrgangs 2020 hat, kann mit der staatlichen Prämie ab 2026 rechnen – auch wenn das Gesetz erst im Laufe des Jahres formal verabschiedet wird.