Börsenchef: 4.000 Euro Startguthaben für jedes Baby

Stephan Leithner, Chef der Deutschen Börse, will die neue Frühstart-Rente mit einer Einmalzahlung zur Geburt deutlich aufwerten.

Kurz nach den ersten Beschlüssen zur staatlichen Altersvorsorge für Kinder, der sogenannten Frühstart-Rente, kommt bereits ein Vorschlag für einen deutlichen Ausbau: Stephan Leithner, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, fordert ein Startguthaben von 4.000 Euro für jedes Neugeborene.

Zinseszins von Geburt an nutzen

Der Kerngedanke hinter Leithners Vorstoß ist, die Zeitspanne für den Vermögensaufbau maximal auszunutzen. Die Einmalzahlung solle direkt ab der Geburt in ein Depot fließen. So könne der Zinseszinseffekt über viele Jahrzehnte seine volle Kraft entfalten – deutlich stärker als bei einem späteren Start. Leithner betont, dass diese Einmalanlage nahtlos mit dem geplanten Altersvorsorgedepot verknüpft werden müsse. Das würde verhindern, dass Du für Dein Kind später neue Konten oder Depots eröffnen müsstest und schüfe von Anfang an klare Strukturen.

Lob für bisherige Reformen

Gleichzeitig lobte der Börsenchef die Bundesregierung für die jüngsten rentenpolitischen Entscheidungen. Die Einführung der Frühstart-Rente, bei der ab dem sechsten Lebensjahr monatlich 10 Euro staatlich gefördert in ein Depot fließen, sei ein wichtiger Schritt. Auch das geplante Altersvorsorgedepot für Erwachsene wertet er als einen Fortschritt, der lange undenkbar schien. Sein Vorschlag der Einmalzahlung ist als Ergänzung und Verstärkung dieser bereits angestoßenen Reformen zu verstehen.

Mehr Tempo und mehr Aktien gefordert

Über die Frühstart-Rente hinaus drängt Leithner auf ein höheres Tempo bei der gesamten Rentenreform. Er richtet seinen Appell an die von Union und SPD eingesetzte Rentenkommission. Diese soll bis zur Jahresmitte 2026 Vorschläge vorlegen. Ein zentraler Punkt für den Börsenchef: Die zukünftige Altersvorsorge, staatlich wie privat, müsse stärker auf Aktien setzen, um langfristig höhere Renditen zu erzielen als mit klassischen Anlageformen.

Was das für Dich bedeutet

Aktuell handelt es sich bei der 4.000-Euro-Forderung um einen reinen Diskussionsbeitrag aus der Finanzwirtschaft. Vonseiten der Bundesregierung oder des Finanzministeriums gibt es dazu noch keine Stellungnahme. Für Dich bedeutet das: Die beschlossene Frühstart-Rente mit 10 Euro pro Monat bleibt vorerst der Status quo. Ob der Vorschlag von Leithner politisch aufgegriffen wird, ist offen. In den letzten zwei Wochen wurden jedenfalls keine neuen Gesetzesänderungen, Studien oder Anbieter-Updates zur Frühstart-Rente veröffentlicht.