Renditechance: Warum Aktien über lange Zeiträume kaum zu schlagen sind

Was die historischen Daten sagen – und welche Renditen Familien realistisch erwarten dürfen

Die Renditechance bezeichnet das Potenzial einer Geldanlage, über einen bestimmten Zeitraum eine bestimmte Wertsteigerung zu erzielen. Sie ist immer eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Garantie – und sie hängt entscheidend vom gewählten Anlagehorizont ab. Was kurzfristig riskant wirkt, kann langfristig der zuverlässigste Vermögensbaustein überhaupt sein.

Was die Historie zeigt

Auswertungen des Deutschen Aktieninstituts zeigen: Wer in den vergangenen 50 Jahren mindestens 15 Jahre lang in einen breit gestreuten internationalen Aktienindex investiert war, hat in jedem einzelnen 15-Jahres-Zeitraum eine positive reale Rendite erzielt – im Durchschnitt etwa 7 bis 8 Prozent pro Jahr nach Inflation. Bei 20 oder 25 Jahren Anlagedauer steigt diese Verlässlichkeit weiter.

Tagesgeld und Sparbuch lieferten im selben Zeitraum nominal 1 bis 4 Prozent – nach Inflation oft sogar negative Renditen. Die Differenz wirkt klein, multipliziert sich aber über Jahrzehnte zu vier- bis fünfstelligen Beträgen Unterschied beim Endkapital.

Die größte Renditechance liegt nicht im perfekten Markt-Timing, sondern darin, einfach lange genug investiert zu bleiben. Zeit schlägt Genie.

Warum Aktien langfristig steigen

Aktien repräsentieren reale Unternehmen, die jeden Tag Produkte verkaufen, Gewinne erwirtschaften und reinvestieren. Solange die Weltwirtschaft wächst – und das tut sie über Jahrzehnte hinweg trotz aller Krisen kontinuierlich – steigen auch die aggregierten Unternehmensgewinne und damit die Aktienkurse. Krisen wie 2000, 2008 oder 2020 sind aus heutiger Sicht kleine Dellen in einer langen Aufwärtskurve.

Risiken realistisch einordnen

Aktienkurse können kurzfristig stark schwanken – Verluste von 30 bis 50 Prozent innerhalb weniger Monate sind historisch immer wieder vorgekommen. Wer jedoch nicht verkauft, sondern weiter monatlich spart, profitiert sogar von solchen Phasen: Die Sparrate kauft günstig nach. Entscheidend ist Disziplin – nicht in der Krise verkaufen, sondern den Plan durchhalten.

Realistische Erwartung für Familien

Wer heute für ein neugeborenes Kind monatlich 50 Euro in einen Welt-ETF einzahlt und im Schnitt 7 Prozent Rendite erzielt, erreicht bis zum 18. Geburtstag rund 21.500 Euro. Bei 100 Euro monatlich sind es 43.000 Euro, bei 200 Euro 86.000 Euro. Diese Zahlen sind keine Versprechen – aber gut belegte historische Mittelwerte.